Samstag, 23. Januar 2021

Frauen sind zu schwach …

Die Bundesregierung diskutiert über eine gesetzliche Frauenquote in Führungspositionen in Großkonzernen. Unser 13-köpfiger Gemeinderat besitzt einen Frauenanteil von 46%. In der Feuerwehr Padenstedt ist der Anteil mit sieben Frauen (17%) im Vergleich zu anderen Wehren erfreulicherweise sehr hoch. Dennoch finden wir, Frauen sind in der Feuerwehr zu schwach vertreten.

Unsere Powerfrauen ziehen an einem Strang.

„Das Schöne an der Freiwilligen Feuerwehr ist, dass man auf gleichgesinnte Leute trifft und gemeinsam etwas bewegen kann“, so Sandra Hoffmann, unsere erste noch aktive Feuerwehrfrau. Tanja Sepke, unsere stellvertretende Gemeindebrandmeisterin, ergänzt: „Als „Lohn“ bekomme ich Spaß, Freunde, Kameradschaft, Dankbarkeit und Anerkennung sowie nach einem erfolgreichen Einsatz einfach das gute Gefühl, genau das richtige Hobby gewählt zu haben.“

„Der Entschluss, in die Freiwillige Feuerwehr einzutreten, ist bei mir nach dem Brand in meinem Elternhaus gereift. Wäre unsere Feuerwehr im Juni 2001 nicht so schnell zur Stelle gewesen, dann wäre mein Elternhaus ein Raub der Flammen geworden. Während mein Ehemann beim Löschen mitwirken konnte, fühlte ich mich beim Zusehen ziemlich hilflos. Gerne hätte auch ich mitgeholfen. Aus diesem Gefühl heraus reifte bei mir dann der Entschluss, es mit der reinen Männerriege aufzunehmen und diese zu unterstützen. So wurde ich kurze Zeit später im Alter von 32 Jahren mit meinen Mitstreiterinnen eine der ersten drei Feuerwehrfrauen in Padenstedt. In einem generationsübergreifenden Team mitzuwirken, ist einfach ein tolles Gefühl. Unsere tolle Kameradschaft möchte ich nicht mehr missen“, weiß Sandra zu berichten.

Unsere Powerfrauen packen überall mit an.

Oberfeuerwehrfrau Friederike Schütt fügt an: „Wenn jeder dem anderen helfen wollte, wäre allen geholfen.“ Dazu hat „Fredi“ zwei unvergessliche Highlights im Kopf. „Zum einen war die Leistungsspange in der Jugendfeuerwehr ein besonderer Moment für mich, da es unser erstes Abzeichen war und wir damals ein bunter Haufen Jugendlicher waren, mit denen die ganze Sache doppelt so viel Spaß gemacht hat. Zum anderen ist mir der Amtsfeuerwehrtag in Padenstedt 2010 in sehr guter Erinnerung geblieben. Der Ehrgeiz und der Zusammenhalt der damaligen Feuerwehrkameraden haben mich sehr beeindruckt.“ Beim Amtsfeuerwehrtag 2019 leisteten unsere Powerfrauen einen wichtigen Beitrag zum Heimsieg.

Auf die Frage nach einem besonderen Einsatz berichtet Alana: „Ich habe noch nicht viele große Einsätze erlebt, aber der Einsatz am Campingplatz kurz vor Weihnachten 2017, wo ein Mann sein Zuhause angezündet hat, ist mir besonders in Erinnerung geblieben.“

Unsere Powerfrauen gehen gemeinsam voran.

Friederike fügt an: „Es gehören nicht nur Männer in die Feuerwehr, weil auch wir Frauen durch unser Geschick und unser Engagement einen großen Teil zum Einsatzerfolg beitragen können. Es geht bei der Feuerwehr nicht nur um Kraft, schwere Geräte und Maschinen, sondern z.B. auch um Menschenrettung. Dabei können Frauen oft mit ihrer Empathie helfen.“ Hierzu hat Sandra ein Beispiel aus der Praxis: „Beim Brand unserer Mehrzweckhalle in Padenstedt, haben wir Frauen einige Kindergartenkinder am Feuer entlang zu ihren Eltern in Sicherheit gebracht. Das bleibt in Erinnerung.“

Alana und unsere Prien-Geschwister Leandra und Mareike sind ausgebildete Atemschutzgeräteträger und damit bei Brandeinsätzen an vorderster Front mit dabei. Weiterhin sind sie seit Jahren als Betreuer in der Jugendfeuerwehr in die Ausbildung unseres Nachwuchses eingebunden, nachdem sie selbst von der Jugendfeuerwehr in die Einsatzabteilung übergetreten sind. Alicia Prien hat Anfang 2020 den Weg zu uns gefunden. Für sie ist Feuerwehr absolutes Neuland, aber auch sie hat schon Feuer gefangen für dieses wunderschöne Hobby.

Unsere Powerfrauen halten zusammen.

Mit 35% Anteil in der Jugendfeuerwehr und mit 41% in der Kinderfeuerwehr haben auch unsere jüngsten Mädels die Vorteile der Mitgliedschaft in der örtlichen Feuerwehr bereits für sich erkannt.

Langfristig strebt der Deutsche Feuerwehrverband an, den jetzigen Mitgliederstand der Feuerwehrfrauen im aktiven Dienst zu verdoppeln. Letztlich hängt davon auch ab, die  Leistungsfähigkeit des Brand- und Katastrophenschutzes langfristig zu sichern.

In Padenstedt fangen wir vor unserer Haustür an. Frauen müssen weg vom Herd und ran an den Brandherd! Jede Bewohnerin ist angesprochen und darf sich selbst ein Bild von ihrer Feuerwehr vor Ort machen. Das Team um Tanja und Dennis beantwortet hierzu gerne weitere Fragen.

Wir hoffen, dieser Bericht zeigt, wie stark Frauen in der Feuerwehr sein können und sie, wie ihre männlichen Kollegen, in der Lage sind, anderen Menschen in Not zu helfen. – www.frauen-am-zug.de